Wie man in den Wald hinein ruft…

Veröffentlicht am 24.10.2018 in Standpunkte

Nach dem Ärger um den Waldeinschlag im Frühjahr in Botnang wollte die SPD-Fraktion zusammen mit der Bürgerinitiative Zukunft Stuttgarter Wald den Dialog zwischen Forstverwaltung und Bürgern beginnen. Zustande kam diese Veranstaltung – eine Art runder Tisch mit Verwaltung, Parteien, Fachleuten und Interessierten – dann erst am 9. Oktober. Eingeladen war Dr. Lutz Fähser, ehemaliger leitender Forstdirektor des Bereichs Stadtwald in Lübeck und Begründer des Lübecker Waldkonzepts. Wer ihm zuhörte, merkte bald, dass es ihm nicht nur um die Erläuterung seines Konzeptes ging, sondern um die Frage, wie man zu guten Konzepten kommt.

Kommunikation mit gegenseitiger Achtung, so lautetet seine Forderung für einen gelungenen gesellschaftspolitischen Prozess. In seinem Vortrag nahm er Bezug auf die Präsentation von Fabian Schulmeyer, von der Abteilung Stadtwald und untere Forstbehörde, der die Forsteinrichtung in Stuttgart vorstellte. „Ich kann zu 98 % mitgehen, mit dem, was Herr Schulmeyer gesagt hat“, so Dr. Fähser und machte damit klar, dass die Zielvorstellungen oft übereinstimmen. Daseinsvorsorge, Umwelt und Erholungsfunktion stehen ganz vorne. Die Ertragserwirtschaftung kommt zuletzt.

Auch wenn alle Seiten wollen, dass möglichst wenig Eingriffe erfolgen, wird es dennoch Holzeinschlag geben. Die Frage ist aber, in welchem Umfang und wie darüber kommuniziert wird.

Ein Grundsatz des Lübecker Waldkonzepts von 1994 war die kooperative Erstellung: Es sollte mit Interessierten, Sachkundigen und Zuständigen entstehen, durchgeführt und kontrolliert werden. Kann das mit einem Beirat erreicht werden? Sind die Interessierten dann dabei? Transparenz und Partizipation muss man lernen und üben. Wir meinen deshalb, die Verwaltung sollte zeitnah ein Kommunikationskonzept vorlegen. Denn wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus!

 
 

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